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19. Mai



Dienstag, am Tag der mündlichen Prüfung dem 19. Mai, hat mich Hannah morgens angerufen. Hannah und ich haben ja die gleichen Abiturfächer und Kurse gehabt und saßen in vielen Fächern auch nebeneinander und haben teilweise gemeinsam telefonisch zusammen gelernt. Auch am Tag zuvor hat sie mich angerufen. Jedenfalls haben wir an dem Morgen nochmal alles durchgesprochen, haben unsere Ängste besprochen und versucht uns gegenseitig zu beruhigen. Am Schlimmsten ist wirklich die Nervosität in der Zeit. Ich hab draußen telefoniert, in der Sonne. Es war verdammt warm, über 30°C. Ich merkte, dass Hannah besser vorbereitet war und resignierte. Es gab kein Entkommen und ich wollte diesen Blödsinn endlich hinter mir haben. Irgendwann war es Zeit zu fahren. Ich fuhr allein mit dem Opel hin und weil ich immer so früh losfahre und dann schnell fahre (vor allem Wegen dem Alptraum eine Woche zuvor in dem ich träumte viel zu spät zu der Prüfung zu kommen), war ich viel zu früh da. Also nochmal ein paar Sachen durchgelesen und dann mit anderen unterhalten, die auch Prüfung hatten - nur eben nicht in Biologie. Irgendwann saßen wird dann schon im Warteraum und dann kam mein Sportlehrer mich abholen -___- Ausgerechnet der. Aber Anna hatte mich schon vorgewarnt, dass er meinte er würde sich auf mich "freuen". Lol. Naja, er ist ebenfalls Biologielehrer und der Vorstand, der mich anhört, muss eben mindestens 2 Lehrer vom Fach haben.

Ich wurde abgeholt und man gab mir die Aufgaben. Ich konnte Fragen stellen - hatte aber keine - und wurde in den Vorbereitungsraum für eine halbe Stunde gesteckt, in dem auch alle anderen saßen, die zeitglich Prüfung hatten. Es war schlechte Luft und unruhig, sobald irgendwer reingebracht oder abgeholt wurde. Aber alle waren sehr konzentriert.
Als ich die Aufgaben sah, dachte ich, ich müsste heulen. Es war über Ökologie, das Thema, dass ich GAR NICHT gelernt hatte. Nun gut, es war nur fair - bei den schriftlichen Prüfungen hatte ich so viel Glück gehabt und nun kam eben die Retourkutsche. Es ging um Habichte und Speber und ihre "interspezifischen Beutebeziehungen". Was ist bitte "interspezifisch"? Außerdem war da noch eine Aufgabe mit einer Nahrungskette und einer Nahrungspyramide, was eigentlich in Ordnung war.
Ich saß dort also und hab mir irgendwas aus den Fingern gesaugt und versucht strukturiert auf den Zettel zu schreiben, was eher weniger gelang. Dann war die Zeit auch schon um (30 min sind eh viel zu wenig) und ich kam in den Prüfungsraum. Vorher hab ich Hannah gesehen, die gerade die Aufgaben bekommen hatte und genauso geschockt guckte wie ich mich fühlte.

"Anna ist doch sicher eine gute Schülerin!", meinte mein Sportlehrer. Ja, lol, wo ich Sport schon so grottig bin XD Und klar, mein Biologielehrer nickte eifrig. Der hält ja große Stücke auf mich. Und ich hatte so Angst ihn zu enttäuschen, weil ich ihn menschlich auch mag.
Also fing ich an mit der Aufgabe. Ich beschrieb zuerst die Aufgabenstellung, dann die Abbildung sehr genau und dann meine Deutung. Das gleiche auf bei Aufgabe zwei. Ich redete und redete. Mein Lieblingswort dabei war "ähm" und "eh" und ich verhaspelte mich dauernd. Ich versuchte mich auf meinen Biologielehrer zu konzentrieren. Vor den drei Männern zu sprechen fand ich gar nicht so schlimm, aber die Themen fand ich so furchtbar und was man da redet wird ja auch aufgeschrieben...hoffentlich hat er die "äh"s nicht mitstenografiert >D Und als ich fertig war, meinten sie es wäre "ein wenig lang" gewesen. Wie wär's mit unterbrechen??
Danach gab mir mein Biologielehrer eine Aufgabe mit drei Abbildung. Alle drei zeigten für mich genau das Gleiche: Ein ungeborener Säugling im Mutterbauch, eine Spritze, die in den Mutterbauch führt und irgendwelche Zellen in Fruchtwasser und in der Spritze. Sowie draußen irgendwelche Becher mit Nährkultur oder soetwas. Ich konnte mir darauf überhaupt keinen Reim machen. Thema wohl Genetik. Als mein Lehrer mich aufforderte mich für eins zu entscheiden, schwieg ich. Mir stiegen die Tränen in die Augen. Ich zwang mich zur Ruhe. Ich musste irgendwas sagen. Irgendwas. Aber mir fiel nichts ein. Also beschrieb ich es wie ein Kleinkind und versuchte mir dann einen Reim daraus zu machen welchen Sinn es hat Zellen in das Fruchtwasser zu spritzen. Mein Lehrer versuchte mich mit Fragen auf den richtigen Weg zu bringen und irgendwann, total spät, erkannte ich, dass Zellen entnommen statt reingespritzt wurden. Oh Gott. Was ein Scheiß. Ich wurschtelte mich irgendwie durch ohne großes Wissen. Und dann legte mein Lehrer eine Folie mit den Worten auf "die kennst du ja bereits aus dem Unterricht" mit irgendwelchen biochemischen Formeln und lustigen Begriffen wie Phenylalanin oder sowas. Und ich konnte daraus GAR NICHTS gewinnen. Und als ich, von dem Vorstand abgewandt, auf die Folie starrte, rollten mir Tränen über die Wangen, die ich nicht mehr zurückhalten konnte. Ich wischte sie schnell weg und redete irgendwas und kam dann auch darauf, dass es dabei um Mangelmutanten geht und bla. Dann meinten sie ich könnte gehen. Wäre ich 5 Minuten länger in dem Raum geblieben, hätte ich sowas von angefangen zu heulen und zu schluchzen. Es war grauenhaft. Ich war sowas von mit den Nerven runter und hatte das Gefühl alles vergeigt zu haben. Mein erster Weg führte zur Toilette und ich heulte mich dort erstmal aus. Dann lief ich durch's Schulgebäude und versuchte mein Ergebnis eventuell per Telefon bekommen zu können, denn ich musste ja schnell nach Hause um den Zug zu erwischen. Aber das war unmöglich. Also blieb ich und wartete auf Hannah, die mir nach ihrer Prüfung mit ebenso tränenroten Augen entgegenkam. Zusammen verteufelten wir unseren Biologielehrer und warteten auf das Ergebnis. Glücklicherweise kamen wir recht schnell dran. Wozu jeder einzeln aufgerufen und in das Büro geschlieft wurde, wenn sowieso alle draußen stehen und erwarten, dass du ihnen sagst, was du hast, ist mir schleierhaft. Jedenfalls holte mich der Direx zum Glück recht früh rein und meinte "Was für ein Gefühl hattest du denn?"
Ich: "Ein schlechtes. Mir lagen die Themen nicht."
Er: "Ja, du wurdest ja mit 2-..."
Ich: O_O
Er: ...vorbenotet..."
Ich: -___-
Er: "und jetzt haben sie dir auch eine 2- gegeben!"
Ich: O___O?!!?!!! "Okaaaay..."
Als ich rauskam, völlig verdattert weil ich eine 5 erwartet hatte, haben alle gejubelt, als ich meinte ich hätte eine 2-. Hannah kam nach mir zum Direx. Leider hatte sie nur eine 4. Was ein Beschiss. Wie gesagt war sie besser vorbereitet und überhaupt ist es unfair, dass ich bei dem Scheißegebrabbel eine 2- hab. Das wird wohl hauptsächlich unfaires Sympathiebenoten gewesen sein. Das hab ich Hannah auch gesagt, denn ich hab das Gefühl sie nahm mir die 2- etwas übel.

Danach dann sofort in's Auto gesprungen und nach Hause. Auf der Autobahn mit 120 bei strahlendem Sonnenschein und "The Look " von The Baseballs einen LKW zu überholen ist eine Erlebnis, dass ich hoffentlich nicht so schnell vergesse <3

Ich war so verdammt überreizt und runter mit den Nerven, als ich zuhause ankam. In totaler Eile packte ich eben noch den Koffer zuende, versuchte noch ein paar Sommerklamotten reinzupressen, denn ich hatte ja kurzfristig erfahren, dass auch in München über 30°C herrschten und vergaß dann in der Eile mein Deo. Meine Mum kaufte mir gnädigerweise noch schnell eins, während ich am Bahnhof wartete.

Die Bahn hatte dann Verspätung und ich wusste nicht, ob ich im Ort, wo ich zuerst umsteigen musste, dann den Anschlusszug noch bekommen würde. Wenn er wartete, dann schon. Aber nur wenn. Mum war darüber total aufgelöst und fragte mich wie ich so ruhig bleiben könnte und man muss das doch irgendwie rausfinden. Ich blieb ruhig, weil mir das schon 100036546546346 Mal passiert ist und ich eh meinen Kopf woanders hatte. Nach einer mündlichen Abiturprüfung, die so verlaufen ist, regt man sich so schnell nicht mehr auf. Ich meinte entweder der Zug wartet oder ich geh eben zum Bahnhofspersonal und frag die. Mein Ticket galt ja nur für bestimmte Züge.

Es ging aber glatt, denn der Zug wartete und mittlerweile bin ich mit dem gefühlten 100 kg Koffer ja sogar richtig schnell >DD lol.
Der Rest der Zugfahrt war wie immer und eher langweilig und ich hab Essen gekauft und mich über den Verlag informiert, bei dem ich ein Vorstellungsgespräch haben würde.

Dann um 11 Uhr abends auf dem Münchener Hauptbahnhof herumgedackelt. Meine Mutter wollte das eigentlich gar nicht, aus Angst, ich könnte einem Kriminellen zum Opfer fallen.Sie hat auch dauernd gesagt "Bleib doch einfach zuhause!" Lol. Nein, die Tickets waren schon bezahlt und ich bin ein großes Mädchen. Außer ein paar lauten Jugendlichen war auch nichts wirklich Bedrohliches am Bahnhof oder in der S-Bahn. Es waren viele Menschen da, aber nicht so viele wie am Tag. Auch leicht bekleidete junge Frauen und alte Menschen. Also war ich nicht das attraktivste Ziel weit und breit.

Bei meiner Tante haben wir uns noch bis 2 Uhr nachts unterhalten :DD Meine Tante ist toll und mir in vielem Ähnlich. Das finde ich sehr interessant. Außerdem finde ich ihre Erfahrungen und Meinung so interessant, weil ich sie eben kaum kenne. Und ihr scheint es ähnlich zu gehen, denn sie musste sich zwingen das Ganze abzubrechen und in's Bett zu gehen :D
7.6.09 21:30


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